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Bowmore Distillery - Malzboden
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Tag 9 : Heimspiel in Bowmore. Nachdem ich jetzt schon eine Woche hier
verweile, wurde es auch langsam Zeit, die Bowmore Distillery zu
besichtigen. Vom Bowmore Whisky kann ich ja durchaus sagen, das dieser
so eine Art erste Liebe für mich ist und ihn auch heute noch
größtenteils sehr gerne mag. Meine erste Flasche Bowmore war ein
15jähriger Mariner, noch mit dem Aufdruck direkt auf der Flasche, es
folgten andere Standards, ich finde, auch heute kann man den ordinären
Bowmore 12 Jahre noch gut mal trinken. Ich war also sehr gespannt, wie
es da wohl so ist...
Für den ersten Scherz des Tages sorgte ich selbst, als mir direkt vor
dem Visitor Center die Mütze vom Kopf flog und es auch bestimmt putzig
aussah, wie ich ihn wieder eingefangen habe, die Damen im Visitor Center
hatten glaub ich Spaß.... Ich wurde bereits erwartet... You must be
Lars... Ich war tatsächlich der einzige, der die Craftmans Tour gebucht
hat. Meine Führerin hieß Lynda, eine hübsche, junge Frau mit rotem Haar
und Sommersprossen. Zuerst parkte sie mich an der Bar mit einem Bowmore
12 und lies mich damit 5 Minuten alleine. Danach gingen wir zu den
Malzböden. Mir wurden diverse Arbeitsgeräte vorgeführt, erstmals durfte
ich auch einen elektrischen Gerstewender bestaunen.
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Das was aussen so aussieht...
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...sieht von innen so aus und ist quasi ein getarnter Schornstein...
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in dem Gerste zu Malz gedarrt wird.
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Die nächsten
Stationen war der Kiln,
der war gerade dabei, das Malz nach dem Räuchern zu trocknen. Lynda
zeigte mir alles, was ich sehen wollte und ich durfte auch
fotografieren, so viel ich wollte. Auch wenn ich bereits zum 23. mal
eine Whiskydistillery besuchte, so erschlossen sich für mich einige
Sachen heute ganz neu. Nach Mashtun, Washbacks und Stillhouse ging es
dann in das berühmte #1 Vault Warehouse,
in dem wir gemeinsam zwei Fässer öffneten, ein Bourbonfaß von 2000 und
ein Firstfill Oloroso Sherryfaß, was 17 Jahre alt war. Direkt aus dem
Faß ins Glas ist ja für mich immer wieder ein wenig wie Weihnachten und
Geburtstag auf einmal, so auch heute wieder, der erste war sehr schön,
aber der aus dem Sherryfaß war eine absolute Granate. Hinter der Scheibe
sah ich, wie die Leute der regulären Tour neidisch zu uns schauten, wie
wir mitten in den heiligen Hallen einen gepflegten Dram zu uns nahmen.
Achja, der Vollständigkeit sollte ich noch das Glas New Spirit erwähnen,
was ich aber nur zu Schnüffelzwecken benutzte. Ich hätte mich gerne
noch ein paar Stunden dort rumgetrieben und hätte gerne noch ein paar
weitere Fässer probiert, aber immer wenn es am schönsten ist, soll man
ja aufhören... Wir gingen zurück an die Bar und hier konnte ich jetzt
noch probieren, was ich wollte.
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Bowmore... im legendären #1 Vault Warehouse
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Der Bowmore 25 Jahre war nach den
faßstarken Whiskys aus dem Warehouse
jetzt viel zu mild, sicher etwas Perlen vor die Säue, wenn man bedenkt
das der 200£ kostet..., am besten hat mir die Stillmans Edition
gefallen, das ist eine weitere Sherryt_nte in Faßstärke, die
es nur hier zu kaufen gibt. Die neue Abfüllung Springtide halte ich für
150£ für völlig daneben und der neue 17jährige konnte mir schon
gefallen. Mehr wollte ich dann nicht, man soll ja nicht übertreiben.
Nach zweieinhalb Stunden galt es nun Abschied zu nehmen, Lynda machte
einen großartigen Job, alle Arbeiter die wir unterwegs trafen waren sehr
nett und ein kleiner Plausch war immer drin, landesüblich hauptsächlich
über das Wetter. Vor einiger Zeit habe ich häufig negatives über
Bowmore bzw. dessen Visitorcenter gelesen, ich kann rein gar nichts
negatives sagen, vielleicht haben sie sich ja auch gebessert. Für mich
war die Tour neben der bei Laphroaig der Höhepunkt meiner Reise, bis
dato zumindest. Bowmore ist jetzt für mich genau wie früher, etwas
besonderes.
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| Wie eine Glucke trohnt die Kirche über Bowmore... |
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...sie ist rund, damit sich de Teufel nicht in der Ecke verstecken kann...
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Nach den ganzen Leckerlis am Morgen, stärkte ich mich dann mit einem
Sandwich aus dem Supermarkt und pausierte erstmal zuhause, ist ja heute
schließlich Heimspiel. Das Wetter war heute übrigens eine Zumutung,
Regen und Sturm und umgekehrt... Als dann wenigstens der Regen
pausierte, schnappte ich mir nochmal die Kamera und nahm die berühmte
runde Kirche ins Visier. Tagsüber ist deren Tür unverschlossen und ich
konnte, mal wieder mutterseelenalleine in der 1769 gebauten Kirche
fotografieren. Es heißt, man hat die Kirche rund gebaut, damit der
Teufel keine Ecke zum verstecken hat. Draussen tobte immer noch der
Sturm und die Geräusche, die er mit der Kirchentür veranstaltete,
klangen von innen als würde jemand die Tür eintreten wollen...spooky...
Draußen lagen dann auch einige Mülltonnen kreuz und quer, quasi vom
Winde verweht.
So, morgen kommt die letzte Distillery in meiner Raupensammlung : Bruichladdich. ...schaun wer mal...
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